.stehtisch-impressionen. – Rebekka Gebert im Gespräch mit Dina El Deeb

Menschen um uns prosten sich zu und die Musik wird lauter. Die Assitej feiert sich mit einer riesigen Sahnetorte.

Dazwischen: Wir.

Wir unterhalten uns schon eine ganze Weile – seit uns der Lostopf auf der Bühne glücklicherweise zusammen geführt hat. Langsam aber wird das schwierig, so über die Musik hinweg. Es ist spannend, was Dina zu erzählen hat. Sie fragt nach der Darstellung der politischen Situation ihres Heimatlandes Ägypten in der deutschen Presse. Ich frage nach der genauen aktuellen Lage und schnell sind wir bei einem interessanten Gespräch über das hohe Gut der Freiheit von kreativen Äußerungen. Über die kraftvolle Verbindung künstlerischer Mittel mit sozialer bzw. politischer Aktion. Und auch darüber, wie auf Grund von Zensur Künstler mittlerweile andere Wege und Plattformen finden müssen, um ihre Kunst überhaupt erfahrbar zu machen. Auf einmal wirkt das hier alles ein bisschen surreal auf mich: Neben unseren Tellern bunte Tüten mit Lollis und Brause. Prickelnde Ausgelassenheit zum Festivalbeginn – unbeschwert und tanzlustig. Ich schaue zur bunten tanzenden Menge und frage mich, ob nicht in jedem Menschen der naive Wunsch nach ein bisschen Kindergeburtstags-Leichtigkeit steckt?! Ich gucke wieder zu Dina el Deeb, die sich hier mit mir nun also einige Tage in einer politischen und künstlerischen Komfortzone bewegen wird. Eine Festivalblase, in der staatliche Förderungen und gemeinsame Vernetzungen zum selbstverständlichen Tagesthema gehören.

„Es erinnert mich daran, wie es eigentlich sein sollte“, meint Dina in dem Moment zu mir.

Ein Satz, der mir noch länger in Erinnerung bleibt: Das internationale Spring Festival, für dessen Organisation sie verantwortlich ist, findet alle zwei Jahre zeitgleich in Ägypten, dem Libanon und Tunesien statt. Für Ägypten ist in diesem Jahr die Festivalblase geplatzt, aus politischen Gründen kann es nicht stattfinden. Ich wünsche mir für Dina, dass es das einzige Mal bleiben wird und gemeinsam schwenken wir Wunderkerzen.

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